I. Mannschaft bleibt zu Hause weiter ohne Punktverlust!

Obersuhl – „Ich freue mich über die Punkte, weniger über den Fußball, den wir spielen“, sagte SG Wildecks Trainer Mike Lindemann nach dem 3:1-Heimsieg seiner Kreisoberliga-Fußballer über den ESV Weiterode. Anlass zu dieser Feststellung hatte er durchaus. Denn gerade im ersten Spielabschnitt fehlte dem Derby das erwartete Niveau. Den Gastgebern gelang es nicht, den Ball mal über drei, vier Stationen laufen zu lassen. Zudem mangelte es an Bewegung und Laufbereitschaft. Lange Bälle waren definitiv das falsche Rezept, auch wenn die SGW kurz vor der Pause in Führung ging: Torjäger Christian Winter veredelte eine Kopfballvorlage von Dennis Pierce. Bei den Gästen reichte es zu zwei nennenswerten Möglichkeiten gleich zu Beginn durch Jan Luca Schwachheim, der aber keinen Druck hinter den Ball bekam, und durch Yannik Gilga, der es mit einem Heber aus dem Halbfeld versuchte.

Erster Aufreger kurz nach der Pause war ein Sturmlauf von Fabian Opitz von Strafraum zu Strafraum; allerdings haperte es im Abschluss. In dieser kurzen Drangphase ver-passten auch Winter und Andy Becker Möglichkeiten aufs 2:0. Danach fand der ESV etwas besser ins Spiel. Aber Florian Rabes Eingabe fand keinen Abnehmer, und Grassmanns Schuss landete am langen Pfosten. Im dritten Versuch klappte es nach einem Foul von Bastian Roth an Jan Luca Schwachheim: Kerem Kardas verwandelte den Elfer (65.). „Wir müssen mehr machen, wir haben noch genug Zeit“, forderte Lindemann seine Elf auf. Nachdem Tom Pierce auf Eingabe von Winter das 2:1 verpasst hatte, machte es sein Bruder Tom besser. Er reagierte nach einem Freistoß von Winter, den Witold Sabela nicht festhalten konnte, am schnellsten und lochte ein (72.). „Wir kassieren dumme Tore, und vorne fehlt uns die Cleverness“, ärgerte sich ESVCoach Andy Rygula nach der Partie. Der letzte Pass komme einfach nicht an und es hapere im Abschluss, was das Torverhältnis klar zeige. Er mache seiner Elf aber keinen Vorwurf, da sie im zweiten Abschnitt gekämpft habe und eigentlich einen Punkt verdient gehabt hätte. Der erneute Ausgleich lag mehrfach in der Luft. Doch Bachmanns Schuss wurde geblockt, Gassmanns Kopfball strich über die Latte, und Marco Bode rettete in höchster Not gegen Gassmann. In der Schlussminute hatten dann die Wildecker den Torschrei schon auf den Lippen, doch Winter scheiterte am Innenpfosten. In der Nachspielzeit aber nahm Winter einen Pass in der eigenen Hälfte mit der Brust mit und markierte den Endstand. „So lange wir gewinnen, ist alles gut – aber wir müssen besser spielen“, stellt Winter an sich und die Mannschaft höhere Ansprüche.
„Diese Phase ist nicht einfach. Ich bin aber überzeugt, dass wir noch kommen“, bilanzierte Rygula, der seine Startelf gleich auf vier Positionen verändern musste. Sein Gegenüber Lindemann monierte: „Wir spielen nicht wie ein Tabellenzweiter, wir leben von individuellen Leistungen. Dass wir mehr können, haben wir schon gezeigt.“

SGW: Freudenberger – Veselcic, Becker, Roth, Bode, Opitz (60. Seiler), Heinzerling (77. Mangold), Dennis Pierce, Winter, Yannik Rimbach (77. Dickmann), Tom Pierce

Weiterode: Sabela – Bernt, Schumacher, Gilga, Bachmann, Grassmann, Kardas, Rabe Schwachheim, Wrzos, Krapf

Tore: 1:0 Winter (42.), 1:1 Kardas (65., FE), 2:1 Tom Pierce (72.), 3:1 Winter (90.+6)

SR: Timo Kirsch (Hersfeld);

Z: 130

von Thomas Becker, Quelle: HNA