SG Wildeck überzeugt als Aufsteiger

Rang vier als Neuling – damit ist man beim Rotenburger Fußball-Kreisoberligisten SG Wildeck mehr als zufrieden.

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass die Saison wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende gespielt wurde. Zwölf Siege, zwei Remis und lediglich drei Niederlagen, diese Bilanz kann sich sehen lassen.

„Das haben wir uns verdient, das war kein Glück“, stellt SGW-Trainer Mike Lindemann klar. Das Ziel, sich aus dem Abstiegskampf rauszuhalten, wurde weit übertroffen. Der Coach hatte seinem jungen Team durchaus viel zugetraut, „dass es aber so gut laufen würde, hatte ich nicht erwartet“, räumt er ein.

Man sei relativ schnell in der höheren Klasse angekommen, da man die offensive Spielweise aus der A-Liga beibehalten habe. „Der Erfolg hat uns bestätigt“, freut sich Mike Lindemann, die richtige Strategie gewählt zu haben.

Entsprechend wenig hat er zu kritisieren, wenn er auf die Saison zurückblickt. Einer der wenigen Schwachpunkte, die er bei seiner Elf ausgemacht habe, sei, dass man gegen Kontrahenten aus dem oberen Tabellendrittel zu viel Respekt gezeigt und teilweise Angst vor der eigenen Courage gehabt habe. Gegen Niederaula, die SG Festspielstadt und Hohenroda habe man zu schnell den Faden und dann auch die Punkte verloren.

„Das war unnötig, wir mussten uns nicht verstecken. Das ist eine Kopfsache, daran müssen wir arbeiten“, sagt Mike Lindemann. Mutige Auftritte wie beim 2:2 gegen Meister Hönebach hätten gezeigt, dass man mit Spitzenteams mithalten könne. Die Stärke seiner Elf sieht er im Reagieren, „zu agieren liegt uns nicht so“.

Dies zu ändern, werde einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden. Ein Spiel konstruktiv zu gestalten, das ist sein Ziel. Bisher stand Konterfußball ganz oben auf dem Erfolgsrezept. Und ein Name: Christian Winter. Der routinierte Stürmer war Garant dafür, dass es im gegnerischen Kasten einschlug. Künftig wird der Torjäger das Trikot der SG Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain tragen (wir berichteten).

Sie werden künftig nicht mehr zusammen jubeln können: die langjährigen Wildecker Toregaranten Christian Winter (links) und Steffen Rimbach. © Friedhelm Eyert

„Die Spielausrichtung war auf ihn zugeschnitten. Nun müssen wir alles auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Mike Lindemann. Da man sich aber gut verstärkt habe, sei er zuversichtlich, die Lücke schließen zu können. „Wir sind jetzt breiter aufgestellt und dadurch auch schwerer auszurechnen“, ist er sich sicher. „Aber Christian Winter kann man nicht ersetzen, weil es solche Spielertypen nicht mehr gibt.“

Winters Weggang sei ohne Zweifel ein Verlust. Er eröffne jedoch auf der anderen Seite für den einen oder anderen Spieler auch die Möglichkeit, zu zeigen, was in ihm steckt. Lindemann glaubt, dass die kommende Spielzeit insgesamt schwerer werde, da sich die Rivalen besser auf seine Elf einstellen würden.

Aktuell ruft der SGW-Coach seine Kicker einmal pro Woche zusammen, um in Kontakt zu bleiben und sich nicht aus den Augen zu verlieren. Mit dabei sind auch schon die Neuzugänge Bastian Stöcker (SG Heinebach/Osterbach), Marcel Sandrock, Stefan Langlotz (FSV Widdershausen), Pjeter Nushi (FSG Hohenroda) und Lukas Hebeler (SG Mecklar/Meckbach/Reilos).

Lindemann hofft, dass die Pläne des Verbandes bestehen bleiben und im September endlich wieder um Punkte gekickt werden. Der SGW-Coach geht davon aus, dass auch in der Adventszeit noch Partien auf dem Programm stehen werden.

von Thomas Becker

Quelle: HNA